ZUMA-12: Pilotstudie zum Einsatz von CAR-T-Zellen als Upfront-Therapie
Interessant waren auch die Update-Daten der ZUMA-12-Studie, in der die Upfront-Therapie mit CARTs getestet wurde. S. Neelapu zeigte erneut im Vergleich zur Zulassungsstudie von Yescarta (ZUMA-1), dass die Patienten auch im Setting der Erstlinientherapie eine stabile Ansprechrate entwickeln (ORR: 89%) und eine CR-Rate von 78% erzielten. Das mediane Follow-up (FU) in dieser Studie ist mit 15,9 Monaten bedeutend kürzer, dennoch zeigte sich bereits jetzt in der Subgruppenanalyse, dass vor allem die „high grade“ Lymphome (HGL) von dieser Therapiemodalität deutlich profitierten, ähnlich wie dies schon in den anderen, pivotalen Studien wie TRANSCEND-NHL001 oder ZUMA-1 (im späteren Therapiesetting) aufgezeigt werden konnte. Bedeutend ist auch der Hinweis, dass bei den Long-term-Respondern eine hohe Rate an CCR7+CD45RA+ T-Zellen (die als T-memory-Stammzellen gelten) im Produkt beinhaltet war und dies im Vergleich zu ZUMA-1 in sogar höherem Ausmaß (35% vs. 14%). Dies lässt unweigerlich den Gedanken aufkommen, dass in den Therapielinien zuvor wohl ein substantieller Verlust dieses Zellkompartiments stattfinden dürfte. Dies unterstützt somit einmal mehr die Idee, die Therapiemodalität bereits früher in Erwägung zu ziehen. Dieser Gedanke bekommt somit über die Ergebnisse der ZUMA-7-Studie hinaus einen zusätzlichen Spin, was sich vermutlich in zukünftigen Studiendesigns niederschlagen wird, so der Vortragende.
Tag der Late-Breaking Abstracts
Dienstag, 14.12.2021: Dieser Tag war geprägt von den Late-Breaking Abstracts und hier im Speziellen, im Feld der CARTs, durch den Beitrag der Belinda-Studie. Diese Phase-III-Studie, die ähnlich wie die ZUMA-7-Studie in randomisierter Form den Standard of Care (SOC; Salvage Chemotherapie und konditionierende Chemotherapie gefolgt von autologer Stammzelltransplantation) herausforderte, diesmal durch Tisagenlecleucel (Kymriah®), fiel leider negativ aus. In dieser Studie konnte im Gegensatz zu ZUMA-7 das primäre Endziel nicht erreicht werden. Dieser Umstand wurde sehr extensiv und interessant diskutiert und beleuchtet, dennoch ist es bis dato nicht ganz klar, warum es in dieser Studie nicht gelungen ist, den Vorteil der CART-Therapie gegenüber der Chemotherapie herauszuarbeiten. Interessant ist auch, dass der Erfolg selbst bei den von einer CART-Therapie potentiell besonders profitierenden High-grade-Lymphomen (HGL) nicht abgebildet werden konnte. Dies wird noch tiefergehende Analysen erforderlich machen, so der Studienleiter M. Bishop, stellvertretend für alle Studienleiter (Pis) und den ausführenden Sponsor (Fa. Novartis).
In Summe muss festgehalten werden, dass am diesjährigen ASH tiefgründige und erkenntnisreiche Beträge vorgestellt wurden, die in einer fokussierten Zusammenfassung unmöglich zur Gänze abgebildet werden können. Vielmehr soll damit aufgezeigt werden, wie lebendig dieses Feld der CARTs geworden ist und wie spannend es wohl auch in Zukunft bleiben wird.