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Patienteninfo

Häufige Fragen von Patient:innen

  • 15.09.2026
  • Ersterscheinung: krebs:hilfe!

Univ.-Prof.in Dr.in Annkristin Heine, Klinische Abteilung für Hämatologie, Medizinische Universität Graz, und Prof. Dr. Dominik Wolf, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Medizinische Universität Innsbruck, beantworten Fragen, die häufig in den Beratungsstellen der Krebshilfe rund um das Thema „CAR-T-Zell-Therapie“ gestellt werden. Die Fragen übermittelt Mag.a Katharina Gruber, Klinische Psychologin und Gesundheits­psychologin, Psychologische Leitung des Beratungszentrums der Österreichischen Krebshilfe Wien.

1. Die Therapie basiert auf gentechnisch ­veränderten Zellen – verändert das meine Gene oder meine Erbanlagen?

Nein. Für die Behandlung werden körpereigene T-Zellen entnommen und außerhalb des Körpers gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen nach der Rückgabe gezielt erkennen können. Die genetische Veränderung betrifft ausschließlich diese T-Zellen und wird weder auf andere Körperzellen noch auf Eizellen oder Samenzellen übertragen. Sie kann daher auch nicht an Kinder weitergegeben werden.

2. Ist die Therapie gut erforscht?

Ja. Die CAR-T-Zell-Therapie wird nun seit über 10 Jahren klinisch eingesetzt. Weltweit wurden bereits ca. 85.000 CAR-T-Zell-Therapien verabreicht. Wirksamkeit und Sicherheit wurden in klinischen Studien und sog. Real-­World-Analysen nachgewiesen und werden durch nationale und internationale Register weiterhin langfristig überwacht. Gleichzeitig entwickelt sich das Gebiet rasch weiter, sodass insbesondere zu sehr langfristigen Verläufen und seltenen Nebenwirkungen fortlaufend neue Erkenntnisse gewonnen werden.

3. Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen?

In den ersten Tagen nach der Behandlung können Fieber, Blutdruckabfall oder neurologische Beschwerden auftreten. Diese Nebenwirkungen – insbesondere das Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS) und das neurologische Syndrom ICANS – sind heute in spezialisierten Zentren meist gut behandelbar und nur in seltensten Fällen lebensbedrohlich. Später können anhaltende Blutbildveränderungen, ein Anti­körpermangel mit erhöhter Infektanfälligkeit sowie seltener neurologische oder kardiovaskuläre Spätfolgen auftreten. Deshalb sind regelmäßige Nachkontrollen auch nach der Entlassung wichtig.

4. Wann klingen die Nebenwirkungen ab?

Das ist individuell unterschiedlich und hängt von der Art der Nebenwirkung ab. Akute Beschwerden wie das CRS oder neurologische Symptome treten meist in den ersten Tagen bis Wochen auf und bilden sich unter Behandlung häufig wieder zurück. Blutbildveränderungen, Infektanfälligkeit oder ein Antikörpermangel können hingegen mehrere Monate anhalten. Wie rasch die Erholung erfolgt, hängt unter anderem von der Grunderkrankung, den Vortherapien und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

5. Ist mit Folgeschäden nach der Therapie zu rechnen?

Die meisten akuten Nebenwirkungen bilden sich vollständig zurück. Dennoch können längerfristig unter anderem ein Antikörpermangel, eine erhöhte Infektanfälligkeit, verzögerte Blutbilderholung sowie seltener neurologische, kardiovaskuläre oder onkologische Spätfolgen im Sinne von sog. Sekundärmalignomen auftreten. Viele Patient:innen haben jedoch bereits vor der CAR-T-Zell-Therapie mehrere intensive Krebsbehandlungen erhalten, sodass sich mögliche Spätfolgen nicht immer eindeutig einer einzelnen Therapie zuordnen lassen. Regelmäßige Nachkontrollen sind deshalb wichtig. Gleichzeitig ermöglicht die CAR-T-Zell-Therapie vielen Patient:innen ein langanhaltendes Ansprechen und kann bei einem Teil der Patient:innen auch zu einer dauerhaften Heilung führen.

Univ.-Prof.in Dr.in Annkristin Heine
Expertin:
Univ.-Prof.in Dr.in Annkristin Heine

Klinische Abteilung für Hämatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz

© Daniel Hammelstein
Prof. Dr. Dominik Wolf
Experte:
Prof. Dr. Dominik Wolf

Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Sprecher des Comprehensive Cancer Center Innsbruck (CCCI), Medizinische Universität Innsbruck

© Florian Lechner

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